Gestern waren wir in der Deutschen Botschaft und haben einen wirklich grandiosen Film gesehen, der einen tiefen Blick in die Indische Seele offengelegt hat. Der Film hiess Fire und sollte von jedem Indien Interessierten gesehen werden. Es geht um zwei Frauen, die eine wurde frisch verheiratet und die andere lebt schon seit Jahren unberuehrt in ihrer Ehe. Beide Maenner ignorieren ihre Frauen. Der eine hat eine Affaere und der andere sucht sein Heil im Glauben. Nur der Zwang und die Tradition haelt diese 4 Menschen, die ueberhaupt nicht fuereinander geschaffen sind zusammen.
Und so ist es wohl sehr haeufig in Indien. Interessant war, dass als das Element Leidenschaft in diese Familie kam, die Oberflaeche aufgebrochen ist und nicht wieder verschlossen werden konnte.
Aehnlich hab ich es auch waehrend meiner Zeit hier beobachtet. Leidenschaft wird in der Gesellschaft weitestgehend unterdrueckt. Einzig die Leidenschaft, oder eher die Sehnsucht nach Status, nach technischen Spielzeug, wie Handys und Motorraeder, wird zugelassen. Leider sind dies aber Begehrlichkeiten, die meistens nur die Maenner haben. Frauen werden dabei eher vernachlaessigt. Ich gehe nicht soweit, zu sagen, dass sie hier in Indien auf breiter Front unterdrueckt werden. Sie werden eher vernachlaessigt, alleingelassen und ihre Wuensche ignoriert. Schwer zu sagen, welche Situation schlimmer ist. Also, schaut euch den Film an, der Hoffnung gibt, auch in Bezug auf die stark dominierenden Bollywood Filme, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen. Es gibt auch ein anderes indiensche Kino; gefuehlvoll, provozierend und wunderschoen.